Lünen hat sich vom Bergbau- und Industriestandort zu einer Stadt im Grünen gewandelt. Wo früher Kohle gefördert wurde, prägen heute renaturierte Flächen, Gewässer und Parks das Bild. Der Strukturwandel geht einher mit einem klaren Bekenntnis zu Umwelt- und Klimaschutz: Lünen ist „Fairtrade-Town“ und verfolgt ambitionierte Maßnahmen zur CO₂-Reduktion. Das neue Selbstverständnis: weg vom grauen Industriestandort – hin zur grünen, lebenswerten Stadt.
Grüne Infrastruktur als Standortfaktor
Natur und Stadt schließen sich in Lünen nicht aus – im Gegenteil: Stadtökologie wird als Pluspunkt für Lebensqualität und wirtschaftliche Entwicklung verstanden. Begrünte Flächen wirken klimaregulierend, speichern Wasser, verbessern die Luftqualität und schaffen Erholungsorte für Menschen und Lebensräume für Tiere. Programme wie „Bunte Vorgärten“ und Dachbegrünungen fördern private Initiative, Aktionen wie der „Tag der Offenen Gartenpforte“ machen Natur erlebbar. Auch im Verkehr zeigt sich der Wandel: Lünen wurde als fahrradfreundliche Stadt ausgezeichnet und setzt gezielt auf emissionsfreie Mobilität.
Ein Beispiel für den gelungenen Wandel sind auch die Lippeauen: Wo der Fluss früher begradigt und verschmutzt war, entwickelt sich seit den 1990er-Jahren wieder eine naturnahe Auenlandschaft. Mit Renaturierungsprojekten wie dem „Flusspark Lünen“ wurde die Lippe Teil der Stadt – sichtbar, erlebbar, grün. Neue Wege, offene Uferzonen und ein 17 Kilometer langer Rundweg machen die Auen heute zu einem attraktiven Naherholungsraum und ökologischen Rückgrat der Stadt.
Zukunft gestalten: Projekte im Überblick
- Internationale Gartenausstellung 2027 (IGA)
Mit dem „Zukunftsgarten“ auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Victoria beteiligt sich Lünen an der IGA 2027. Auf rund 40 Hektar entsteht ein naturnaher Landschaftspark mit Sport- und Erholungsangeboten. Neue Brücken und ein IGA-Radweg verbinden Bahnhof, Seepark, Innenstadt und Lippeufer – ein starkes Signal für Transformation durch grüne Infrastruktur. - Grüne Halden & Landschaftspark Viktoria
Ehemalige Abraumhalden wie Preußenhalde oder Minister Achenbach sind heute bewaldete Erholungsflächen und Teil der „Route der Industriekultur“. Auf dem Viktoria-Gelände entsteht im Rahmen des Landesprogramms „Grüne Infrastruktur“ ein 32 ha großer Park mit 3.000 neuen Bäumen und 100.000 m² Wildwiese – ein Beitrag zu Klimaschutz, Artenvielfalt und Naherholung.


- Preußenhafen: Wohnen am Wasser
Auf 4,3 ha brachliegendem Hafengelände entsteht ein lebendiges Quartier mit Wohnen, Freizeitflächen und nicht-störendem Gewerbe. Geplant sind auch Wohnmobil-Stellplätze sowie eine Pflegeeinrichtung für Demenzkranke. Die Nähe zum Wasser wird gezielt als Standortvorteil genutzt – ein Musterbeispiel für gelungene Nachnutzung. - Leezenpatt & Radverkehr
Mit dem „Leezenpatt“ hat Lünen eine zentrale Nord-Süd-Fahrradroute geschaffen, die Region und Stadtteile verbindet. Ergänzt durch den IGA-Radweg entstehen neue Verbindungen zwischen Parks, Bahnhöfen und Freizeitarealen – gefördert durch das Bundesprogramm „Klimaschutz durch Radverkehr“. Das Radnetz bringt Menschen in Bewegung, schont die Umwelt und macht Natur direkt erlebbar. - Seepark Lünen
Der Seepark entstand 1996 zur Landesgartenschau und umfasst heute 63 Hektar mit dem 9 ha großen Horstmarer See, Strandbad, Amphitheater und Discgolf-Anlage. Ein kurioser Geheimtipp: die „Kommunistenkurve“ (hier mehr) Der Park zeigt, wie grüne Stadtentwicklung auf Dauer wirkt – und dabei Charme und Identität bewahrt.

Starkes Netzwerk für Klimaschutz
Lünen stärkt Biodiversität und Klimaschutz durch viele kleine und große Initiativen: insektenfreundliche Pflanzaktionen, Photovoltaik-Förderung, kommunale Klimakonzepte. Parks, Alleen, Gewässer und Gärten vernetzen sich zu einem ökologischen Gesamtsystem, das Hitzestress mindert und Lebensqualität hebt.
Wirtschaft im Wandel
Der ökologische Umbau wirkt auch wirtschaftlich: Unternehmen wie REMONDIS oder Aurubis setzen auf Kreislaufwirtschaft. Die Stadtwerke Lünen betreiben heute 27 eigene Solaranlagen, mehr als die Hälfte ihres Stroms stammt aus erneuerbaren Energien. Neue Geschäftsmodelle rund um Recycling, Klimaschutz und grüne Energie schaffen Arbeitsplätze und ziehen Fachkräfte an.
Fazit
Lünen zeigt, wie aus grauer Industrie grüne Lebensräume werden. Die Stadt verwandelt alte Flächen in Parks, Radwege und Naherholungsorte. Mit Projekten wie dem Landschaftspark Viktoria oder der IGA 2027 entsteht ein zukunftsfähiges Stadtbild. Und auch die Wirtschaft zieht mit: nachhaltig, innovativ, kreislauffähig. Lünen macht vor, wie Stadt, Natur und Wirtschaft gemeinsam wachsen können.
Nachhaltigkeit von Anfang an
Von Anfang an stand der respektvolle Umgang mit Natur und Bestand im Mittelpunkt: Die Verwaltungsgebäude aus dem Jahr 1922 wurden nicht abgerissen, sondern behutsam saniert. So bleibt Geschichte sichtbar, während gleichzeitig Baumaterial und Energie gespart wurden. Mit dem „Schwarzen Kubus“ kam 2008 ein energieeffizienter Neubau dazu – ein Beispiel dafür, wie sich Bauen, Natur und Zukunft vereinen lassen.
Working im Grünen
Heute verbindet der LünTec‑Campus Industriearchitektur mit Natur: Umgeben von grünen Halden und Landschaften, lädt das Gelände zu Erholung und Bewegung ein. Zwei begrünten Bergehalden dienen als Naherholungsgebiete mit Aussicht, die ehemalige Seilbahntrasse ist heute ein beliebter Rad‑ und Wanderweg. Das frei zugängliche Areal ist ein urbanes Quartier, das Arbeiten und Entspannen vereint.
Strom vom eigenen Dach
Seit August 2025 erzeugt LünTec eigenen Solarstrom: Mit über 300 Modulen auf drei Dachflächen liefert die 133‑kWp-Anlage saubere Energie zur Eigennutzung und ins Netz eingespeist. Das senkt CO₂‑Emissionen und erspart steigende Stromkosten. In Kombination mit anderen Effizienzmaßnahmen ist LünTec ein sichtbares Nachhaltigkeitsprojekt – hier trifft Zukunftsenergie auf wirtschaftliche Innovation.


Pause? Aktiv & erfrischend!
Rund um das Gelände laden grüne Wege zu Bewegung im Alltag: Ob kurzer Spaziergang vor dem Meeting, längerer Walk in der Mittagspause oder die Haldenbesteigung – flache oder herausfordernde Strecken sorgen für frische Gedanken und Energie. Pausen werden so zu einem echten Power‑Boost für Körper und Kopf.
Freizeit rund ums LünTec
- Bikepark Brambauer
Nur wenige Minuten entfernt lockt der Bikepark auf der Halde Tockhausen mit Dirt‑ und Table‑Lines, Holzkickern und Sprungmöglichkeiten. Seit 2008 als Bürgerinitiative gestartet, ist er heute ein Treffpunkt für erfahrene Mountainbiker und BMX‑Fans – mit Flow, Action und toller Aussicht. - Hundewald Doghausen
Auf rund 8.200 m² bietet der eingezäunte Hundewald Freilaufspaß für Hunde aller Größen: mit Bachlauf, Buddelbereich und Schattenplätzen. Übrigens: Für die Bürohunde des LünTec eine tolle Pausengestaltung! - Freibad Brambauer
Direkt im Nordpark gelegen, ist das Freibad Brambauer eine grüne Sommeradresse für Familien, Schwimmer und Entspannungssuchende: gepflegte Becken, große Grünflächen und günstige Preise – ideal für Tagesausflug oder regelmäßiges Training.
Mit dem LünTec wird Industriekultur neu gedacht: Der Ort verbindet Geschichte, Nachhaltigkeit und Zukunft – und zeigt, wie aus Strukturwandel ein inspirierender Lebens- und Arbeitsraum entsteht.