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Zweiter Bildungsweg: VHS Lünen eröffnet neue Perspektiven

An der VHS Lünen haben erneut 14 Menschen ihre ersten oder einen weiteren Schulabschluss auf dem Zweiten Bildungsweg erreicht. Sylvia Tiews gratuliert den Absolvent*innen und betont, wie bedeutsam dieser Schritt ist – nicht nur für die persönliche Entwicklung. Bildungswissenschaftlich gesehen sind solche Errungenschaften ein wichtiger Beitrag zur Chancengerechtigkeit und zur Fachkräftesicherung.

Mit dem erfolgreichen Abschluss auf dem Zweiten Bildungsweg haben Teilnehmende der Volkshochschule (VHS) Lünen einen wichtigen Schritt für ihre persönliche und berufliche Zukunft gemacht. Bei der Zeugnisübergabe im Museum der Stadt Lünen erhielten 14 Absolventinnen und Absolventen ihre Abschlüsse – vom Ersten Schulabschluss bis zum Mittleren Schulabschluss mit Qualifikationsvermerk für die gymnasiale Oberstufe.

Viele der Geehrten entschieden sich bewusst dafür, einen fehlenden Schulabschluss nachzuholen. Bildung sei zwar ein fundamentales Recht, sagt Sylvia Tiews, Geschäftsführerin vom Wirtschaftsförderungszentrum Lünen, dennoch gebe es zahlreiche Gründe, warum ein Abschluss im ersten Bildungsweg nicht erreicht werde. Entscheidend sei die Erkenntnis, dass sich mit einem Schulabschluss neue Chancen eröffnen.

Der Weg dorthin erfordert Engagement und Durchhaltevermögen. Sich erneut anzumelden, regelmäßig am Unterricht teilzunehmen und einen Abschluss zu erwerben, sei eine bemerkenswerte Leistung, betont Tiews. Unterstützt wurden die Teilnehmenden durch individuelle Förderung und sozialpädagogische Begleitung, die half, schulische Anforderungen mit familiären oder beruflichen Verpflichtungen zu vereinbaren.

Nach dem Abschluss der VHS-Schüler*innen geht es in unterschiedliche Richtungen. Einige beginnen Ausbildungen, beispielsweise in der IT, im Gesundheitswesen oder im sozialen Bereich, andere setzen ihre schulische Laufbahn fort. Mit dem Schulabschluss eröffnen sich nach Einschätzung von Tiews vielfältige Möglichkeiten zur Qualifizierung – durch Ausbildung, Weiterlernen oder betriebliche Weiterentwicklung. Davon profitieren auch Unternehmen, die dringend Arbeits- und Fachkräfte suchen.

Die Bedeutung dieses Bildungswegs wird auch im Berufsbildungsbericht 2025 deutlich. Trotz eines leichten Rückgangs bei neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen bleibt der Bedarf an gut vorbereiteten Nachwuchskräften hoch. Besonders in Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialberufen steigt die Zahl der Auszubildenden. Der Bericht unterstreicht zudem, wie wichtig frühe und kontinuierliche Berufsorientierung für gelingende Übergänge von Schule in Ausbildung ist.

Ein Schulabschluss auf dem Zweiten Bildungsweg ist damit mehr als ein formaler Nachweis. Er zeigt, so Tiews, dass Menschen an sich selbst wachsen, Hindernisse überwinden und neue Perspektiven entwickeln – für mehr Selbstständigkeit, berufliche Teilhabe und einen erfolgreichen Einstieg ins Arbeitsleben.

Wer ebenfalls einen Abschluss nachholen möchte, hat dazu im Januar Gelegenheit: An der VHS Lünen starten neue Kurse für den Ersten und Mittleren Schulabschluss. Für den Mittleren Abschluss sind noch vereinzelte Plätze für Kurzentschlossene mit vorhandenem Hauptschulabschluss (Klasse 10) frei. Zur Homepage der VHS.