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Gemeinsamer Schulterschluss für Ausbildung und Arbeitsmarkt in Lünen

Am 6. Januar 2026 lud Sylvia Tiews, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Lünen, Bürgermeisterin Martina Förster-Teutenberg und die neue Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Sandra Pawlas zu einem Kennenlernen und ersten konstruktiven Austausch ins LünTec ein.

Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die aktuelle Situation des Arbeitsmarktes in Lünen. Mit einer Arbeitslosenquote von derzeit 9,7 Prozent weist Lünen die höchste Quote im Kreis Unna auf. Sie liegt damit über der Quote in Hamm, jedoch weiterhin unter der Arbeitslosenquote der Stadt Dortmund.

In absoluten Zahlen bedeutet dies: In Lünen sind aktuell 4.553 Menschen arbeitslos gemeldet, darunter 329 junge Menschen unter 25 Jahren (Stand: November 2025).

Für einen Arbeitsmarkt, der zunehmend unter Arbeits- und Fachkräftemangel leidet, stellen diese Zahlen zugleich eine Chance dar. Sie verdeutlichen ein vorhandenes Arbeits- und Fachkräftepotenzial, das gezielt angesprochen, qualifiziert und vergleichsweise schnell aktiviert werden kann. Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels gewinnt dieses Potenzial weiter an Bedeutung.

Ein genauer Blick auf die Zusammensetzung der Arbeitslosigkeit zeigt Ansatzpunkte für passgenaue Maßnahmen: Neben den jungen Arbeitslosen unter 25 Jahren gibt es weitere Personengruppen mit teils herausfordernden Erwerbsbiografien, die jedoch über wertvolle Kompetenzen verfügen. Lünen kann dabei auf ein breites Netzwerk engagierter Akteurinnen und Akteure zurückgreifen, die bereit sind, auch mit jungen Menschen, die Herausforderungen mitbringen, intensiv zu arbeiten.

Eine zentrale Rolle spielt dabei die Aktivierung des vorhandenen Arbeitskräftepotenzials. Insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist eine hohe Bereitschaft zur Förderung, Qualifizierung und beruflichen Orientierung erkennbar. Instrumente wie gezielte Qualifizierungsangebote, integrative Maßnahmen oder Programme wie das Qualifizierungschancengesetz der Agentur für Arbeit können dazu beitragen, die Passgenauigkeit in der Jobvermittlung deutlich zu erhöhen und nachhaltige Beschäftigungsperspektiven zu schaffen.

Ein zentrales Ergebnis des Treffens war der klare Konsens, dass es einen engen Schulterschluss aller arbeitsmarktrelevanten Akteure und der Stadt Lünen braucht, um gemeinsam wirksam zu handeln. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Stärkung der dualen Berufsausbildung. „Die duale Ausbildung ist ein Schlüssel für gute berufliche Perspektiven junger Menschen und gleichzeitig ein wichtiger Erfolgsfaktor für unsere Unternehmen“, betonte Bürgermeisterin Martina Förster-Teutenberg.

Gemeinsam wurde erörtert, wie die Attraktivität der dualen Ausbildung gesteigert und der Übergang von der Schule in den Beruf noch besser gestaltet werden kann – etwa durch frühzeitige, praxisnahe Berufsorientierung, die Jugendlichen Sicherheit gibt, Hemmschwellen abbaut und zeigt, dass Arbeit Freude machen und echte Perspektiven eröffnen kann. Beispiele wie die Unternehmenspitches mit Messeformat, Workshops mit Handwerksbetrieben im UFO.Space oder das praktische Ausprobieren während der Nacht der Ausbildungen verdeutlichen diesen Ansatz anschaulich.

Auch der Blick auf bislang noch nicht ausreichend genutzte Bewerbergruppen spielte im Gespräch eine zentrale Rolle: Das Erwerbspotenzial von Frauen, das Ausbildungspotenzial junger Geflüchteter sowie weitere Zielgruppen bieten große Chancen für den lokalen Arbeitsmarkt. „In Lünen gibt es viel Potenzial – unsere gemeinsame Aufgabe ist es, dieses sichtbar zu machen und für die Unternehmen nutzbar zu erschließen“, erklärte Sandra Pawlas, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hamm.

Aus Sicht der Wirtschaftsförderung steht dabei vor allem der konkrete Bedarf der Unternehmen im Mittelpunkt.„Nur wenn wir den Unternehmen genau zuhören und sie entsprechend ihrer Bedarfe gezielt mit möglichen Arbeits- und Fachkräften zusammenbringen, wird sich Lünen auch in Zukunft positiv weiterentwickeln. Für die Fachkräftesicherung der Betriebe müssen wir konsequent mit allen Arbeitsmarktakteuren im Gespräch bleiben“, so Sylvia Tiews, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Lünen.

Gemeinsames Fazit des Austauschs war, die Lüner Unternehmen über die Wirtschaftsförderung künftig noch intensiver zu begleiten, gezielt anzusprechen und sie mit Programmen und Maßnahmen bei der Deckung ihrer Personalbedarfe zu unterstützen – unter anderem durch Informationsveranstaltungen und die verstärkte Nutzung der Unterstützungsangebote der Agentur für Arbeit.

Alle Beteiligten zeigten sich zuversichtlich und entschlossen, das Fachkräftepotenzial in Lünen gemeinsam zu heben und die Arbeitslosigkeit nachhaltig zu senken – für mehr Ausbildung, mehr Fachkräfte, eine starke Wirtschaft und damit für mehr Wohlstand in Lünen.